gutessen consulting – Teil 2
Die Ernährungswissenschafterin Rosemarie Zehetgruber und die Humanbiologin Karin Kaiblinger betreiben eine Agentur, die sich auf die Außer-Haus-Verpflegung und hier besonders auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung spezialisiert. „Wir wollen den Menschen vermitteln, dass Essen und Trinken gesund und ressourcenschonend sein und trotzdem gut schmecken kann. Vor allem Kinder sollen nicht von Fertigprodukten abhängig sein, sondern die weitreichende Geschmacksvielfalt kennenlernen und sich durch viele verschiedene Essenseindrücke eine ´Geschmacksbibliothek´ im Hirn anlegen“, ist Zehetgruber überzeugt. Mit zahlreichen Projekten versuchen sie, auf die Möglichkeiten im Bereich der gesunden und nachhaltigen Ernährung aufmerksam zu machen.
Welche Kompetenzen benötigt man für die Durchführung der Projekte?
Der green job von Zehetgruber und Kaiblinger erfordert vor allem soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit. Denn ein wesentlicher Tätigkeitsbereich fällt bei gutessen consulting auf Gruppenarbeiten und –diskussionen.
Als Beispiel kann hier die Verbesserung oder Umgestaltung von Schulbuffets angeführt werden. „Alle müssen in einen Prozess eingebunden werden, die normalerweise nicht miteinander reden würden. Verschiedene AkteurInnen wie Lehrkräfte, BuffetbetreiberInnen, DirektorInnen, Eltern und SchülerInnen kommen an einem Tisch zusammen und können ihre eigenen Wünsche und Anliegen direkt einbringen.“ Die beiden ErnährungsberaterInnen fungieren hier als ModeratorInnen und nehmen Verbesserungsvorschläge an (und bringen sie ein) um gemeinsame Ziele zu definieren und später auch umsetzen zu können.
Pilotprojekt in Wiener Volksschulen
Aktuell wird ein Projekt mit der Schulbehörde, der Wiener Gesundheitsförderung und dem Fonds Gesundes Österreich abgewickelt. In allen Volksschulen des 20. Wiener Gemeindebezirks Brigittenau wird die gesunde Ernährung durch drei Schwerpunkte gefördert:
- Wasser trinken: In den sogenannten „Wasserschulen“ sind keine Plastikflaschen im Umlauf. Dies birgt einerseits ein enormes Einsparungspotenzial an PET-Flaschen und fördert andererseits das Wasser trinken bei rund 3.200 Kindern.
- Schulfruchtprogramm: Zweimal in der Woche wird Obst und Gemüse aus biologischem Anbau an die Kinder verteilt. Der „Bio-Faktor“ wird durch kleine Infos zum Biobauernhof oder der Vorstellung eines Nützlings sanft mittransportiert. Im Schuljahr 2011/12 verzehrten die Volksschulkinder 18 Tonnen Bio-Obst und –Gemüse.
- Schuljause: Eine leistungsfördernde Jause sorgt dafür, dass die Kinder in der Schule gut mitarbeiten können. Abwechslung sorgt dafür , dass es nie langweilig wird. Auch Kinder, die selten Obst, Gemüse oder Vollkornweckerl essen, kommen so auf den Geschmack.
Schaffen neuer green jobs
Neben Information und Beratung führt gutessen consulting auch Projekte durch, die mithelfen neue green jobs zu kreieren. So startete die Agentur im Oktober 2010 ein Partnerschafts-Projekt im EU-Programm Leonardo-da-Vinci. Ziel ist es, ein Konzept für die Integration von Nachhaltigkeits-Kenntnissen bei Köchen/innen in der Aus- und Weiterbildung (beziehungsweise als Zusatzqualifikation „nachhaltigkeitsgeschulte Köche/innen“) zu entwickeln. Dadurch soll das Berufsbild Koch/Köchin in der öffentlichen Wahrnehmung stärker mit dem Thema Nachhaltigkeit verknüpft werden. Durch die europäische Zusammenarbeit zwischen Trägern in der beruflichen Bildung, der Gastronomie, Großküchen und touristischen Einrichtungen wird das Berufsbild „Koch/Köchin“ zu einem wichtigen green job umgewandelt.
gutessen consulting – klein aber fein
Zur Arbeitsunterstützung nimmt das „Zwei-Frau-Unternehmen“ von Zeit zu Zeit MitarbeiterInnen auf. Zu den Aufgabenbereichen zählen unter anderem die Organisation von Veranstaltungen, die Durchführung von Recherchen und die Erstellung von Studien. „Die MitarbeiterInnen müssen sehr selbstständig arbeiten. Mit den Personaleinstellungen holen wir uns regelmäßig Inputs von außen und geben aufgeschlossenen Personen die Chance in den Bereich der Ernährungsberatung hineinzuschnuppern“, meint Zehetgruber.
Weitere Informationen über diese „grüne“ Agentur sowie aktuelle Projekte finden Sie unter:
www.gutessen.at





